Fluchthelfer Nr.1 - der bekannteste: Kay Mierendorff

Gekaufte Freiheit Unternehmen Fluchthilfe. Ohne Zweifel: Er ist eine schillernde Figur. Mehrere Mordanschläge überlebte er. Die DDR-Propaganda stellte ihn als Kopf einer der berüchtigsten Banden an den Pranger, für die Führung in Ostberlin galt er als Staatsfeind Nr. 1. Er selbst gibt sich heute als Kämpfer für die Freiheit. Andere sehen in ihm nur den kalten, skrupellosen Geschäftemacher. Die Rede ist von Kay Mierendorff. Elf Jahre schmuggelte er über eintausend DDR-Bürger durch die scharf bewachte innerdeutsche Grenze. Möglich machte das erst ein Transitabkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR, das bei Reisen von und nach Berlin Kontrollen der Kofferräume nicht vorsah. Mierendorff entwickelte ein ausgeklügeltes Fluchtsystem. Seine Kunden: meist hochqualifizierte Ärzte und Ingenieure. Für eine bessere berufliche Perspektive, für eine nichtsozialistische Erziehung ihrer Kinder und einen höheren Lebensstandard waren viele bereit, Mierendorffs Preise zu zahlen. Erwachsene kosteten zwischen fünfzehn- und zwanzigtausend Mark, Kinder die Hälfte. Ein lukratives Geschäft. Doch immer wieder flogen die Fluchthelfer auf. So auch Kay Mierendorffs Bruder Oliver, der einen Fluchtwagen gefahren hatte. Er musste elf Jahre im DDR-Gefängnis Bautzen absitzen. Doch an den Kopf der Bande kam die Staatssicherheit nicht heran - trotz intensiver Bemühungen. 1982 zog er sich aus dem Fluchthilfe-Geschäft zurück.

15.11.10 21:44

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen
Werbung